20101104

yakimono: ARITA

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Japanische Keramik ist was besonders Feines, finde ich. Doch ist auch Porzellan nicht zu verachten. Recht bekannt ist das Aritayaki aus der Präfektur Saga im Nordwesten Kyūshūs. Man vermutet, dass die Prozellanherstellung in Arita etwas nach 1600 begonnen hat, kurz nachdem man koreanische Töpfer in der Gegend ansiedeln ließ. Bereits zur Jahrhundertmitte fand die Ware reißenden Absatz, da zum einen die Nachfrage im Land selbst gestiegen war und zum anderen nach Europa und Südostasien exportiert wurde. Im Westen ist Aritayaki daher auch unter dem Namen Imari bekannt, was auf den Hafen zurückgeht, von wo aus verschifft wurde. Zu dieser Zeit wurde auch die polychrome Aufglasurmalerei eingeführt. Diese bunten Dekore sind bis heute bezeichnend für Arita-Porzellan. Die blaue Farbe wird dabei unter der Glasur aufgetragen. Die Bemalung mit Rot, Grün, Gelb, verschiedenen Braun- und Violetttönen, Gold und Silber erfolgt dann nach dem Hochbrand bei niedrigerer Temperatur. Traditionell kann man dabei drei Stile unterscheiden: ko-Imari, Kakiemon, welches dem Meissener Porzellan als Vorbild diente, und iro-Nabeshima. Daneben wurden und werden undekorierte, weiße Stücke (hakuji), weiß-blaue und blaue (sometsuke, ruri) und Seladone (seiji) hergestellt, aber auch industrielle Porzellane. Materialien und Produktionstechniken haben sich insbesondere seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert weiterentwickelt, jüngere Künstler versuchen die Tradition Aritas zu bewahren und verbinden bisweilen Altes mit Modernem.




Zwei sobachoko, der eine mit verspieltem Blütenmotiv, der andere spätherbstlich mit Medaillons auf dunkelblauem Grund und Goldverzierung.




Ein Paar dünnwandige Teebecher aus Seladon, wobei der eine, ganz typisch, etwas größer ist als der andere. Zwei meiner Schätzchen.




Arita-Töpferdorf.



Pictures: Two coloured sobachoko, a pair of celadon tea cups and the Arita porcelain village.



About Arita porcelain in English & 日本語.
More, with films (jp). 日本語のビデオ。



PS    Wer sich für japanische Keramik interessiert, dem könnte die Ausstellung "Keramik Kosmos Japan. Die Sammlung Crueger" im Museum Dahlem in Berlin gefallen. Sie eröffnet morgen und endet am 3. April 2011.
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