20110301

Kleiner Blog-Exkurs für alle in einer ähnlichen Situation...


Girokonto für Ausländer (im speziellen Fall Japaner) in Deutschland


Seit einiger Zeit ist es möglich ein Working Holiday Visum auch vor Ort bei der städtischen Ausländerbehörde zu beantragen. Bedingung ist unter anderem der Nachweis einer bestimmten Summe, mit der in den ersten Monaten des Aufenthalts der Lebensunterhalt bestritten werden kann --- auf einem deutschen Konto.

Jetzt ahnt man vielleicht schon, dass es kompliziert werden kann, wenn man ohne ordentlichen Aufenthaltstitel (ein "Touristenvisum" für 3 Monate geht schwerlich als ordentlich durch) sein Geld bei einem der Kreditinstitute unterbringen will.



✗ Die ING-DiBa ist an und für sich ja nicht schlecht, gibt passable Prozente, auch für nur kurzfristige Anlagen, und man kann unkompliziert online werkeln. Unsere Bank erster Wahl, so stellte sich nach einem kurzen Telefonat heraus, richtet nur für unbegrenzt Aufenthaltsberechtigte ein Girokonto ein, damit also wohl nur für die wenigsten Ausländer, die man dann auch kaum mehr als solche bezeichnen sollte.

✗ Wir blieben bei der Idee 'online'. Ebenfalls ein Gratiskonto sollte es bei der nach Web-Recherche auch nur wenig xenophob scheinenden DKB geben. Diese Bank ist meiner Meinung nach völlige Fehlanzeige und eine Ausgeburt dessen was als kafkaresk bezeichnet werden kann. Mit dem Online-("Vor-")Antrag wird "vom System" eine Auswahl getroffen, wer überhaupt Geld anlegen darf. Kommt man so weit, dass man das Formblatt ausdrucken kann, besteht "eine 50-50-Chance" auch wirklich akzeptiert zu werden. Der Antrag wird mit einigen Personalien dann via Poststelle an die Bank geschickt, wo er bearbeitet wird und man befindet, dass kein Konto eröffnet werden kann. Die Benachrichtigung findet man in den Folgetagen im Briefkasten. Bevor man alles ausfüllt, ausdruckt und zur Post muss, kann man auch drei E-Mails schreiben auf die man völlig informationsfreie Standardantworten bekommt, und für 9 Cent die Minute mit einem Angestellten der DKB telefonieren, ihm nochmals alles haarklein schildern und von ihm eben jene Auskunft bekommen, dass erst "das System" entscheidet und man dann mit einer 50-50-Chance auf das Gutdünken eines echten Mitarbeiter hoffen darf. Warum konnte er nicht von vorne herein sagen, dass seine Bank keine Anträge annimmt von Personen mit einer 'Aufenthaltsgenehmigung' unter soundso viel Monaten?! Fazit: Alles samt so unsympathisch, dass ich auch als Deutsche hier bestimmt kein Konto eröffnen werde.

✓ Das Gute und Urbiedere liegt so nah': Sparkasse. Hier klappte es schließlich ohne Probleme und weitere (geschäftsrelevante) Nachfragen. Zwar ist es in unserem Falle die Filiale, bei der auch ich seit Jahren ein Konto habe, was vielleicht besonders hilfreich war (man hat nicht mal verlangt das Visum nachzureichen), aber man scheint dort generell wohlgesonnen und entspannt zu sein. Wer sein Girokonto online selbst verwaltet, zahlt drei Euro monatlich, wenn er nicht über 1.500 Euro Guthaben liegt, und einmalig 20 Euro für die Bankkarte. Das Tagesgeldkonto ist kostenlos.

✗ Abermals bei der Post kam ich dann noch in einen Ratsch mit der Briefmarkenverkaufsfrau, die serviceorientiert auch noch den Postbankspezialisten herbeinötigte: Konto für Ausländer, so die Info, ab sechs Monaten Aufenhaltsberechtigung. Das Konto ist, meine ich mich zu erinnern, ohne monatlichen Mindesteingang gebührenpflichtig.


Das Working Holiday Visum ist mit den nötigen Unterlagen kein Problem.


Guten Aufenthalt!



http://www.osaka-kobe.diplo.de/Vertretung/osaka/de/01/Visabestimmungen/WorkingHoliday.html


Stand Februar 2011

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