20110817

Essen in Berlin

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An excursion, leading into some of Berlin's (fast food) restaurants: Si An is quite pretty, Dong Xuang Center is exotic, Makoto tries to be original, Yam Yam is yummy and Yarok is finally fine.

AUSFÜHRLICHES NACH DEM KLICK!


Si An
vietnamesisch, Rykestraße 36 (Prenzlauer Berg)

Si An ist der Beweis dafür, dass der gute Geschmack, den man in der Küche sucht, beim Ambiente nicht aufhören muss. Mit dem Si An, merkt man, hat sich jemand Mühe gegeben, jemand, der einen wunderbaren Sinn dafür hat eine ansprechende Atmosphäre zu schaffen. Leider reicht's am Ende nicht um 100-prozentig zu überzeugen und wir sind nur kurz geblieben. Nicht zuletzt lag's am jugendlich-ungehobelten Service, dass keine entsprechende Stimmung aufkam. Schade, wär so schön gewesen! Geboten wird eine einfallsreiche und frische Küche, die trotz allem nicht abgehoben wirkt, die Preise sind dafür angemessen. Wir hatten, was auf den Fotos zu sehen ist. Ach ja, eigentlich wollten wir ins Si An Tra, das Teehaus nebenan. Aber da war aus ungeklärten Gründen kein Betrieb. Die Kuchenkarte wäre verlockend gewesen. --- Idee klasse, Umsetzung nicht ganz so perfekt.
7/10


Dong Xuan Center
überwiegend vietnamesisch, Herzbergstraße 128 (Lichtenberg)

Urlaub ohne wegzufahren!? Drei Hallen voll mit allem Möglichen und Unmöglichen: Polyesterkleider und Plastikblumen, Turnschuhe und Hühnerfüße, Schöpfkellen und Kinderfahrräder, Friseure und Nagelstudios... Am brauchbarsten, um nicht zu sagen, sehr brauchbar, sind die Lebensmittelläden. In etwa wird dort das angeboten, was auch allerorts in kleineren Asiamärkten verkauft wird, die Auswahl ist jedoch zwangsläufig größer und auch ein paar frisch zubereitete Sachen, wie Mondkuchen sind zu finden. Alleine wegen denen würde ich wieder hinfahren. Wir haben das vietnamesische Restaurant am vorderen Eingang der linken Halle "getestet". Girlanden an der Decke und eine asiatische Schlagersängerin flimmerte über den Bildschirm. Die Bedienung zeichnete sich durch etwas ruppigen Charme aus und hatte mein Essen vergessen. Macht nichts. Wir hatten gebratenen Reis, der in seiner Gesamtheit zwar nicht sehr abwechslungsreich schmeckte, aber im Großen und Ganzen gut war und Phở. Das wäre vielleicht noch einen Tick besser gewesen, wenn die deutsche Gästin von den bereitgestellten Chilis und Zitronenstücken genommen hätte. Die waren aber über das von ihr zu verkraftende Ausmaß von Fliegen belagert. Wenigstens haben sie zum exotischen Ambiente beigetragen... Keine Ahnung, ob Fliegen in Vietnam tatsächlich zum Standard gehören. Die Preise entsprechen deutschem Niveau. Was die Qualität der Küche betrifft ist es wahrscheinlich überzeugender, wenn ich schreibe, dass das Restaurant voll war von vietnamesischen Gästen, als selbst ein laienhaftes Urteil abzugeben. Phở im Vietnam Center werde ich mir jedenfalls ein zweites Mal gönnen.
6/10


Makoto
japanisch, Alte Schönhauser Straße 13 (Mitte) 

Das Makoto, von einem "echten" Japaner geführt und mit ebensolchem Service, schien uns als Geheimtipp gehandelt. Nach all den begeisterten Empfehlungen* waren wir leider etwas enttäuscht. Das heißt aber auch, dass es anderen dort wirklich gut schmeckt. Während das hier allgegenwärtige Sushi in seinem Heimatland doch eher etwas Besonders ist, gehören die dort angebotenen Gerichte, in erster Linie Ramen und Donburi, zur Alltagsküche, ja, fast schon zum Fast Food. Wir kennen die Shoyu Ramen und Katsudon. Beides war in jeder Hinsicht okay (Ist ja schon mal was!), wobei die Reisschüssel mit Schnitzel ein wenig zu derb und einfach war im Geschmack, welcher selbst der Nudelsuppe zum Großteil fehlte. Nicht, dass es nicht schmeckte, nur war's keine... nunja, Geschmacksexplosion und, am allerschlimmsten, dieses Satt-und-zufrieden-Gefühl, wie man es in Japan nach dem Genuss solcher Speisen normalerweise hat, stellte sich nicht ein. Allerdings ist es auch wirklich schwierig mit den hießigen Mitteln den japanischen Geschmacksnerv zu treffen (zumal man hier offenbar auch noch den japanischen Nerv Deutscher anzusprechen versucht). Die Küche Nippons verzeiht eben nichts (und viele Deutsche dagegen so einiges). Fazit: In Japan würde Makoto sicherlich nicht besonders von sich reden machen, unter den japanischen Lokalen hier aber fällt es vor allem durch seine (annähernde) Authentizität positiv auf und ist daher durchaus einen Besuch wert. Freundliche Bedienung und preislich gerade noch in Ordnung.
*) Gerade stelle ich fest, dass es in der Gegend noch ein zweites Ramen-Restaurant gibt. Vielleicht gebührt ja diesem ein Teil des Lobs. Wir werden testen müssen.
6/10


Yam Yam
koreanisch, Alte Schönhauser Straße 16 (Mitte)

Was koreanisches Essen anbelangt bin ich vielleicht weniger kritisch als bei japanischem. Schlichtweg auch deshalb, weil mir die nötige Kenntnis fehlt. Im Yam Yam waren wir jetzt zweimal und es war zweimal schön und gut, wobei der hell und einfach eingerichtete Laden, wo am Counter bestellt und bezahlt, danach der Gast mit Vornamen aufgerufen wird, wohl eher etwas für Leute unter, sagen wir mal, 35 Jahren ist, als fürs Geschäftsessen. Die Speisekarte ist unter dem Link oben einsehbar. Bibimbap mit seinen verschiedenen leckeren Zutaten brutzelt appetitanregend, die Nudeln mit dunkler Bohnensauce waren eine gelungene Abwechslung zu Spaghetti und Co. und den Versuch wert. Die vegetarische Reisschüssel war etwas speziell, weil sehr süß, was aber die mit aufgetischen Banzan allemal wett machten. Denn die sind wirklich toll. Auch hier sind die Mitarbeiterinnen nett und die Preise zwar nicht günstig, jedoch bezahlbar.
8/10


Yarok
arabisch, Torstraße 193 (Mitte)

Ins Yarok sind wir eher zufällig beim Spazierengehen gestolpert. Irgendwas hat uns hineingezogen, wenn auch nicht ganz klar ist, was: Es ist etwas psychedelisch im Inneren und retro und das "Restaurant" eigentlich nur ein Falafelimbiss. Die Bedienung war ebenso schnell zur Stelle, wie später das Essen auf dem Tisch und freundlich war sie auch. Wir entschieden uns für das syrische(?!) Tagesgericht, Okra, Gemüse und etwas Fleisch in Tomatensoße mit Reis und für Schawarma in Granatapfelsoße. Ich hatte noch einen "Orient"-Tee mit hübsch darin schwimmendem Allerlei. Beide Gerichte waren sensationell gut im Geschmack, sehr facettenreich, und auch an den übrigen Qualitätsmerkmalen kann man nicht viel mäkeln. Kochkünste, wie man sie in vielen Restaurants nicht findet zu Snack-Preisen.
9/10
Update: Ich war lange Zeit später noch einmal im Yarok und muss sagen, die Falafel begleiteten mich auch noch am nächsten Tag, leider in Form von Völlegefühl und schlechtem Atem. Dies als kleiner Hinweis für alle, die sich von den 9 von 10 Punkten viel versprechen. Freilich sind zwei Besuche innerhalb von ein paar Jahren keine Langzeitstudie. Ähnlich im Angebot und auch in regelmäßigen Abständen von mir getestet ist das Zweistrom in Prenzlauer Berg, falls jemand eine zuverlässige Alternative sucht.


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