20111124

Japanisch essen in Berlin

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Cocolo is Japanese at heart (the atmosphere no less than the food). KUCHI's style is nice, while the dishes are more modern than original. The crêpestation is a perfect place for girl(-)friends and sunny Sunday afternoons. Sasaya is unremarkable but a insiders' tip.

More Berlin restaurants at which we've been.

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Cocolo
Gipsstraße 3, (Mitte)

Nach Makoto nun also das zweite Ramen-Restaurant in Mitte, das unserem Geschmackstest unterzogen wurde. Auf den ersten Blick, und noch weit vor dem ich den Löffel in die Brühe tauchen konnte, fand ich die rote ラーメン-Laterne, die am Eingang hängt, einnehmend. Solche findet man in Japan häufig an Imbissständen. Und damit wird dann auch schon klar, wo die Ursprünge der Cocolo Ramenbar liegen. Aber das schaut euch selbst an. Das, was sich bereits an der Fassade andeutet, setzt sich im Inneren fort: Endlich liegt Japan in der Luft und lässt sich nicht nur, wie andernorts, in den nicht enden wollenden Sushi-Variationen der Speisekarte erahnen!! Die Räume finde ich mehr als gelungen. Mit der Einrichtung hat man sowohl den Nerv des Landes, als auch den der Zeit, sprich der eines jungen, doch ein wenig qualitäts- und stilbewussten Publikums, getroffen. Im Cocolo findet man weder Buddha-Figuren, noch Abbildungen von im Wasser watenden Reihern, auch keine Kalligraphien auf blendend weißem Papier oder rot lackierte Kästchen für Essstäbchen; auch keine Tische, Stühle, Tresen aus der Serie „Asia” des nächsten Gastronomie-Fachbetriebs. Es ist vielmehr die Mischung aus schönen, simplen Bänken aus Massivholz, offenliegenden Rohren und einer unaufdringlichen, aber smarten Kreativität, die hier zu Tage tritt. Entsprechend war ist die Musikauswahl. Die relative Enge der Ramenbar mit ihrem Eingang, wo ein Noren hängt, macht eine wunderbar intime Atmosphäre und die Leuchten, Marke Eigenbau, verströmen gleichmäßig warmes Licht. Für Sonnenstunden gibt es einen Hof zum Draußensitzen. Aber eigentlich wollte ich ja über Nudelsuppe schreiben. Hiervon gibt es eine Handvoll verschiedener. Dieses überschaubare Angebot finde ich sehr sympathisch und im Grunde ist es auch so bereits vielfältiger, als in den meisten originalen Ramenküchen. Geschmacklich war das Bestellte einwandfrei. Nicht mehr und nicht weniger. Das Servicepersonal erschien ebenso authentisch, wie alles andere, auch wenn es etwas von dem „WirwissendasswirdiebesteRamenbarsind-Geruch” an sich hatte. Aber das mag unser persönliches Empfinden sein. Was den Preis angeht ist es auch hier wieder so, dass acht, neun Euro, exklusive Getränk, für ein so einfaches Gericht eigentlich recht viel sind. Aber warum nicht, wenn die Suppe gut ist und die Umgebung erfrischend? Wie oft hat man für das Geld schon schlechter gegessen? Daumen hoch also fürs Cocolo.
8/10


KUCHI
Kantstraße 30, (Charlottenburg)

Ins KUCHI sind wir wieder eher zufällig gekommen. Ich kannte den Namen, weil es davon mehrere Restaurants in Berlin gibt und es außerdem mit dem Cocolo verbandelt ist. KUCHI ist stylish und bietet japanische Küche, wie sie der großstädtische, mondäne Westler denn wohl gern hat: Sushi und Wok-Gerichte, Yaki-Allesmögliche, japanisch-asiatische Suppen und Salate,... Wir wählten Thunfisch- und Lachsdonburi von der Mittagskarte, die sich im Rahmen von 6 Euro 50 für eine vegetarische Nudelsuppe und 11, 12 Euro für eine Sushiplatte oder Sashimi bewegt. (Die regulären Gerichte scheinen auch nicht viel teurer, beziehungsweise das Mittagsangebot nicht auffallend günster zu sein.) Schön ist auch hier, dass Tee und Speisen nicht auf glattem, weißem Porzellan serviert werden, sondern schwere Keramiktassen- und Schüsseln ein wenig originales Flair zaubern. Unsere sicherlich nicht zu kleinen Stücke Fisch wurden gebraten serviert, was in Japan ungewöhnlich wäre. --- Keine böse Überraschung, da es auf der Karte angekündigt wird. Rohen Fisch hätten wir aber allemal bevorzugt. Nicht aus irgendeiner dekadenten Neigung heraus, sondern weil geschmacklich Welten dazwischen liegen. Überzogen war er mit einer süßen Soße Teriyaki-Soße und ansprechend mit Sesam und Rettichsprossen besprenkelt. Es war ein anständiges, halbwegs gesundes Essen, ohne jedoch auf irgendeine Weise hervorragend oder besonders japanisch zu sein. Reis mit Fisch und Soße eben. Genauso war unser grüner Tee... ein grüner Tee. Wer hip und doch angenehm essen gehen möchte und internationale, moderne Gerichte mit der rechten Dosis an Exotischem mag, dem möchte ich das KUCHI empfehlen. Jene, die Japan gegenüber wie auch immer geartete sentimentale Gefühle hegen, werden wahrscheinlich auch nach ihrem Besuch dort weitersuchen nach dem japanischen Restaurant.
6/10


crêpestation 
Pappelallee 58, (Prenzlauer Berg)

Die crêpestation ist ein netter und mit seinem Angebot auch irgendwie besonderer Laden. Wir saßen draußen, weshalb ich von der Einrichtung nicht viel zu berichten weiß. Sie hat keinen Eindruck hinterlassen, weder positiv noch negativ. Beim Crêpe selbst liegt es mir allerdings noch auf der Zunge zu sagen „der war gut”. Schön dünn war er und von einer „soft-bissigen” Konsistenz, wie man sich einen japanischen Crêpe so vorstellt. Die Füllung war, nachdem die erste Enttäuschung überwunden war, dass natürlich nur schnöde Kirschen aus dem Glas verwendet wurden, und nicht, wie auf der Abbildung diese frischen, prallen, saftigen, süßen, wegen denen ich den Kirsch-Crêpe überhaupt erst gewählt hatte... na gut, es wäre nicht schwer zu erahnen gewesen... die Füllung war jedenfalls auch lecker. Die Crêpes, von denen es eine gefällig große Auswahl an süß belegten Exemplaren und mehreren deftigen Versionen gibt, werden gewickelt in einer fast-foodmäßigen Papptüte serviert, weshalb es ein bisschen eine Sauerei ist sie zu essen. Das birgt aber auch einen gewissen Spaßfaktor in sich. Als Getränk konnte ich mir den Matcha-Latte nicht verkneifen, auch wenn ich jede Verunreinigung von Matcha-Pulver mit irgendetwas anderem als Wasser als Verschwendung empfinde. Aber Matcha ist letztendlich Matcha und man sollte zugreifen, egal in welcher Form, wenn sich einem schon mal die Gelegenheit bietet. Ich hätte mir einen etwas intensiveren Grünteegeschmack gewünscht. Sehr erfreulich war aber, dass das Getränk, wiederum ganz japanisch, nicht allzu süß war. Die Preise, denke ich, sind ziemlich in Ordnung und auch die Bedienung ließ nichts zu wünschen übrig.
8/10


Sasaya
Lychener Straße 50, (Prenzlauer Berg)

Das Sasaya umwolkt ein wenig die Aura des Exklusiven. Entsprechend ist es sicherlich auch nicht verkehrt, vorher anzurufen um sich Plätze reservieren zu lassen. Diese werden Paaren oder Einzelnen gewöhnlich am Tresen oder an einem Tisch zusammen mit anderen Paaren und Einzelnen zugeteilt. Alle Anstrengung scheint man hier aufs Essen zu verwenden, weniger auf die Räumlichkeiten. Die sind zurückhaltend und nicht übel, aber doch eher zweckdienlich. Wobei es aber recht nett sein muss im Sommer bei geöffneten Scheiben auf den Tatami zu sitzen. Aber das haben wir nicht ausprobiert. Den Besuch im Sasaya hatten wir ziemlich hinausgezögert, genauso wie sich manche die schöneste Praline bis zuletzt oder den besonderen Jahrgang beim Wein bis zu einem bestimmten Anlass am Sankt Nimmerleinstag aufheben. Entsprechend groß war dann natürlich die Erwartung. Was dem Restaurant gegenüber etwas ungerecht ist, weil es die zu erfüllen dann kaum mehr in der Lage war. Ungeachtet dessen hatten wir aber einen wirklich schönen Abend dort und das beste Sushi, das wir vielleicht je in Deutschland gegessen haben. (Wobei wir, zugegeben, noch nie in einem der wirklich teuren Restaurants waren.) Wenn ich eingangs etwas von Exklusivität schrieb, dann betraf das auch nicht die Preise, denn die halten sich vergleichsweise im Rahmen. Vor allem Sushi gibt es hier, einige Donburi und Suppen und etliche japanische Kleinigkeiten, die man anderswo eher schlecht bekommt. Dagegen keine Backbananen, Kokossuppen, kein Yaki-Krokodil oder sonstige "exotische" Sachen. Die Speisekarte listet also weitgehend ursprüngliche Gerichte auf; von hier etwas von da etwas. Den Ton an- und Beispiel gebend für den ganzen Abend mag das nimono gewesen sein, ein Schälchen gekochtes Gemüse, das uns als Amuse-bouche serviert wurde. Beim ersten Bissen kam schon der Aha-Effekt: „Ahh, das schmeckt ja mal wirklich nach Japan!!”. Nicht unbedingt ganz so raffiniert und ausbalanciert, wie oft (jedoch auch nicht immer) dort, aber doch eben original!! Lassen wir das als Fazit stehen und ich die Soba-Suppe mit Pilzen, die wir noch bestellt hatten, unter den Tisch fallen. Die war nicht gut. Was gibt es sonst noch zu sagen? Ach ja, die Sushi werden hinter der Theke zubereitet - ich hatte das Vergnügen den Abend über ein Bündel benoppte Krakenbeine als Tischnachbarn zu haben - und der Sushi-Meister scheint in seinem Element, dem macht es Freude zuzusehen. Redseelig ist er auch, jedenfalls auf Japanisch.
9/10 

Mamecha
9/10 


Am Rande bemerkt kann ich das internet-seits sehr gelobte Ishin (Mittelstraße) nicht unbedingt empfehlen. Einiges mag ganz passabel sein und die abgepackten japanischen Süßigkeiten und der Nachfülltee nette Features, als wir jedoch dort waren, war die Hälfte der Gerichte nicht bestellbar, weil der Thunfisch aus war, und das Tagesgericht, ein paniert-frittierter Lachsklops, schmeckte so, wie Katzenfutter riecht, so dass wir uns ernsthaft Sorgen machten den folgenden Tag irgendwie gesundheitlich eingeschränkt verbringen zu müssen. Resteverwertung, und das nicht sehr geschickt.

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